Der Sommer ist da

Es gab mal die Überlegung, das Hochbeet an der alten Eiche auf dem Marktplatz neben Kaufland "Sommer-Beet" zu taufen. Nicht weil es hauptsächlich im Sommer blüht, sondern weil der Initiator der Bepflanzungsaktion sich bei allen künstlerischen Aktionen Nick Sommer nennt. Jetzt ist er wieder da.
Ursprünglich begann er vor Jahren mit Feierabend- und Resident-biertrinkenden Bürgern, die dort eh verkehrten, das Beet zu säubern und zu bepflanzen. Das Material bezog er aus Spenden der Marktblumenhändler oder kaufte selbst etwas hinzu. Als er sein Engagement aus privaten Gründen zurückfahren musste, überließ er das Beet wieder der Allgemeinheit.
Die ersten anderthalb Jahre klappte die Pflege auch einigermaßen ohne ihn, doch dann setzte langsam der Verfall wieder ein. Nun hat sich Nick Sommer an Kaufland gewandt und von dort eine feine Blumenspende erhalten, die er mit flanierenden Bürgern pflanzte. Solche gemeinwohlstiftenden Taten sind großartig. Und hier geht auch anerkennender Dank an Kaufland. Nicht selbstverständlich, dass sich der Laden auch vor seiner Tür engagiert. Aber vorbildlich. Es sind keine Taten, die die Welt retten, aber sie machen unseren Stadtteil, da wo wir wohnen, lebenswerter. Im Idealfall fordert es Nachahmer heraus.
Gibt es eigentlich ein Pendant zur Broken-Windows-Theorie? So etwas wie eine blühende-Stadtflächen-Theorie? Zur Erinnerung: Die Broken-Windows-Theorie besagt nicht nur, dass, wenn eine Fensterscheibe zu Bruch geht und nicht ersetzt wird, bald weitere folgen. Sie besagt auch, dass dort, wo Scheiben nicht repariert werden, die Kriminalität insgesamt steigt. Wer denkt jetzt an den Schaukasten im Tunnel? Nur, da kann niemand etwas Pflanzen. Alles versiegelt. Aber wie wäre das: Bürger dürfen nicht-versiegelte Flächen bepflanzen und die Stadt kümmert sich um den Tunnel? Um mal ein Beispiel zu nennen. Eins, bei dem Herr Sommer und einige Bürger schon den ersten Schritt gemacht haben.