Die Moschee an der Stadtgrenze

Was gibt es neues bei unseren Nachbarn?

Direkt an Hamburg-Langenhorns Stadtgrenze entsteht auf Norderstedter Gebiet ein bemerkenswerter Bau, den wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Eine Moschee. Und die verspricht ein architektonisches Highlight zu werden.

Schon seit über 20 Jahren befindet sich im Gewerbegebiet auf dem Gelände In de Tarpen 122 in einem alten Gebäude die DITIB Türkisch Islamische Gemeinde zu Norderstedt e.V. mit einem Gebetsraum, dazu noch ein Reisebüro, ein Friseur und ein Lebensmittelladen. Letzterer wird auch von Langenhornern gern genutzt, denn er hat auch am Sonntag geöffnet. Nach jahrelangen Überlegungen hinsichtlich der unbefriedigenden Raumsituation entschloss sich die Gemeinde zu einem Neubau, die Bauvoranfrage hierzu datiert sogar schon aus 2011. Für den jetzt genehmigten Entwurf zeichnet das Hamburger Architekturbüro von Selçuk Ünyilmaz verantwortlich.

Und wie man auf dem Bild sehen kann: Das wird eine richtige Moschee, sogar mit fast 22 Meter hohen Minaretten – und: in den Minaretten ist eine Windkraftanlage zur Stromerzeugung eingebaut. Pfiffig, was? Für unser städtebaulich geschultes Empfinden, dass ein Gebäude mit der Breitseite oder mit dem Giebel zur Straße steht – tja, das klappt in dem Fall nicht, das Gebäude wird nach Mekka ausgerichtet sein – und damit irgendwie schräg auf dem Gelände stehen. Aber das macht ja nichts – ein Hingucker wird es allemal mit seinen umlaufenden Arkadengängen und der Fassade aus Solarpaneelen und der gläsernen Kuppel. Die Beheizung und Kühlung des Gebäudes soll über einen Eisspeicher erfolgen. Also in jeder Hinsicht ein innovatives Bauvorhaben.

Die türkisch-islamische Gemeinde hat sich mit dem Neubau große Ziele gesetzt - natürlich auch in finanzieller Hinsicht, immerhin vier Millionen soll das Bauvorhaben kosten. Das Gebäude soll nicht nur die Moschee beherbergen, sondern auch weiterhin das Reisebüro, einen Friseur, das Lebensmittelgeschäft, eine Wohnung und sogar ein Cafe. Vor allem aber im Hinblick auf die Aufgaben, die diese Moschee zukünftig mit Leben erfüllen sollen, hat sich die Gemeinde hohen Zielen verschrieben: Integrationskurse, Sprachkurse, Freizeit- und Sportangebote für Jugendliche, Bildungsseminare, Beratung und Betreuung speziell von Frauen und Mädchen, Eheberatung und und und … damit nicht genug: Die Gemeinde möchte mit ihrer Moschee auch eine Begegnungsstätte für Muslime und Nicht-Muslime bieten

Letzteres ist angesichts eines begründet zunehmend rauer werdenden Tons gegenüber der aktuellen Flüchtlingspolitik eigentlich die wichtigste Aufgabe einer türkisch-stämmischen Gemeinde. Immerhin gehören deren Mitglieder größtenteils zu den Muslimen, die in Deutschland seit Jahrzehnten sehr gut integriert sind und wir brauchen ihre Unterstützung in einer klugen Integrationsarbeit, die keinen Raum lässt für fanatische Islamisten.

Auf dem Gelände werden 40 Parkplätze entstehen – vermutlich zu wenig für die Moschee! Denn schon seit Jahren sind zum traditionellem Freitagsgebet alle Straßen und Parkplätze rund um den Kulturverein permanent zugeparkt. Aber vielleicht finden unsere Politiker dafür ja länderübergreifend eine ebenso innovative Lösung wie die Gemeinde für ihr Bauvorhaben.

Wir vom Langenhorner Bürger- und Heimatverein wünschen der türkischen Gemeinde auf jeden Fall gutes Gelingen beim Moscheebau und freuen uns auf eine Begegnung in den neuen Räumlichkeiten.

(AR)

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Die Rundschau

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