Unsere Freiwilligen Feuerwehren

Einsatz für Langenhorn

Seit 1982 ist die Freiwilige Feuerwehr in Langenhorn offiziell im Einsatz zur Rettung von Leib, Leben und Sachgütern. In unserem Stadtteil können wir uns sogar über zwei Standorte freuen: Die FF Langenhorn-Süd befindet sich am südlichen Ende der „großen“ Tangstedter Landstraße, die FF Langenhorn-Nord ist am Neuberger Weg stationiert.  

Ein Beitrag von Angelina Timm, Redaktionsmitglied und Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Wenn die Einsatzglocke läutet, fahren die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Windeseile zur Wache, zwängen sich in ihre Einsatzmontur und versuchen zu retten, was zu retten ist - und das alles in ihrer Freizeit.  Nicht zu unterschätzen ist hierbei die Schwere der Einsatzmontur. Die Basisausrüstung umfasst Jacke, Hose, Stiefel, Handschuhe und natürlich einen Helm, welche zusammen bereits ein Gewicht von ca. 10 kg auf die Waage bringen.
Hinzu kommen aber auch noch entsprechende Zusatzgegenstände, die mit sich zu führen sind.  Hierzu zählen  ein in die Ausrüstung integrierter Pressluftatmer, Schlauchkorb, eine Wärmebildkamera, Funkgerät, Lampe und nicht zuletzt eine Axt. Alles in allem haben die Feuerwehrleute somit 25-45 kg mit sich zu schleppen. Und nicht selten müssen im Einsatz Personen getragen werden. Auch als Laie lässt sich erahnen, welches Gewicht die Einsatzkräfte tatsächlich stemmen müssen.


Doch wie ist es eigentlich um die Ausstattung der Feuerwehrwachen bestellt? Geben diese alles her, was vor, während und nach dem Einsatz benötigt wird? Wenn man sich bei den Freiwilligen Feuerwehren im Bezirk Hamburg-Nord umhört, kommt man letztendlich schon ins Grübeln. Es wird von altem Mobiliar, zu wenig Platz sowie veralteter Technik berichtet - und das im Zeitalter der Digitalisierung. Aber die stand in unserem Land ohnehin in den letzten Jahrzehnten leider nicht gerade an erster Stelle.

Ein wenig mulmig wird einem allerdings, wenn die Gebäude bzw. die darin enthaltene Raumluft dazu geeignet sind, die Gesundheit der Feuerwehrleute in Mitleidenschaft zu ziehen. Nicht zuletzt konnte man in der Presse die zeitweise Sperrung der Wache der FF Alsterdorf verfolgen, weil der Verdacht bestand, dass die Raumluft gesundheitsgefährdend kontaminiert sei. Nun hat sich aber herausgestellt, dass alles halb so schlimm ist. Na dann ...

Kommen wir zurück auf unsere Feuerwehrwachen in Langenhorn. Haben Sie diese schon einmal von innen gesehen? Modern ist leider etwas anderes. Dafür sind die Mitglieder kreativ und haben z.B. in der Wache Langenhorn-Süd die Theke mit der Vorderseite eines Miniaturfeuerwehrwagens versehen. Nach meiner Meinung handelt es sich hierbei um ein wahres Schmuckstück. Falls Sie einmal die Gelegenheit bekommen sollten, dann bestellen Sie hier gern ein kühles Softgetränk oder was die Küche an Tagen der offenen Tür noch so hergibt.

Was aber bedenklich ist, sind die fehlenden Trennungen der Umkleidemöglichkeiten hinsichtlich der Einsatzkleidung und privater Kleidung. Um eins klarzustellen: Hier geht es nicht um die fehlende Trennung von Umkleiden nach Geschlecht, sondern um separate Räume für benutzte Einsatzkleidung sowie für private Klamotten.

Es soll ja vorkommen, dass Einsatzkräfte der Feuerwehr in Berührung mit Feuer, Brandrauch oder ähnlichem geraten. Wie die Historie zeigt, kann so manches Feuer fangen, was aus bedenklichen chemischen Stoffen besteht. Doch auch der übliche Brandrauch besteht immer auch aus Brandgasen, deren Einatmen nicht unbedingt empfohlen wird. Hierzu gehören u.a. Stickoxide, Kohlenstoffdioxid, natürlich auch Kohlenstoffmonooxid, Monophosphan, Schwefeldioxid und andere anorganische Brandgase. Falls Sie gerade nicht mehr das geliebte Chemiebuch aus der Schulzeit parat haben sollten, dann googlen Sie die Begriffe ruhig einmal. Am Ende Ihrer Recherche werden Sie feststellen, dass es sich hierbei um nicht gerade gesundheitlich unbedenkliche Stoffe handelt, denen man nicht allzu lange bzw. gar nicht ausgesetzt werden sollte. So geht es natürlich auch den Mitgliedern unserer Feuerwehren. Bei Einsätzen mit Brandrauch setzt sich allerdings leider stets Ruß an der Kleidung der Einsatzkräfte ab. An diesem lagern sich häufig schwerflüchtige Stoffe, die potentiell krebsgefährdend sind.
Da sollte es doch möglich sein, die Kleidung nach einem solchen Einsatz in einem separaten Raum abzulegen (dem sog. Kontaminationsbereich), in dem sich nicht allzu lange aufgehalten wird und von welchem die Lagerung der privaten Kleidung getrennt ist. Das ist zumindest in der Wache Langenhorn-Süd zur Zeit leider nicht der Fall. Für eine Trennung von kontaminierter und nicht kontaminierter Kleidung ist auf Grund fehlender Räume sprichwörtlich kein Platz. Als Folge hängen Einsatzkleidung und private Kleidung in ein und demselben Schrank. Wird die getragene Einsatzkleidung nicht unverzüglich fachmännisch gereinigt, überträgt die Einsatzkleidung - Sie ahnen es schon - Ruß und entsprechende Schadstoffe an die bisher nicht kontaminierte Kleidung. Dieser Prozess wird im Fachjargon Kontaminationsverschleppung genannt.
Letztendlich steigt leider das Risiko, an Krebs zu erkranken, je länger der Kontakt mit entsprechenden Rußpartikeln währt. Das kann kein Zustand bleiben. Und ich finde, angesichts der Leistung, die unsere Feuerwehrleute für unsere Gesellschaft erbringen, ist es nicht hinnehmbar einem solch erhöhten Risiko ausgesetzt zu sein.

Ein weiteres Problem, mit dem die Mitglieder der FF Langenhorn-Süd konfrontiert sind, ist die fehlende Dusche. Einst gab es tatsächlich eine Duschgelegenheit, jedoch wurde diese zu einem zweiten WC umgebaut, als auch Frauen das Ehrenamt der Freiwilligen Feuerwehr für sich entdeckt haben. Man hätte natürlich gleich beim Bau des Gebäudes berücksichtigen können, dass sich tatsächlich auch Frauen wagen könnten, einer von Männern dominierten Tätigkeit in ihrer Freizeit nachzugehen, aber da befand man sich wohl noch in der Steinzeit der Gleichberechtigung.

Fakt ist: Wenn unsere Feuerwehrleute meist mitten in der Nacht von einem Einsatz zurückkehren, können sie nicht in der Wache in Langenhorn duschen. Hierfür müssen sie extra zur Alsterdorfer Wache  fahren, um sich dort duschen zu können. Wenn sie mit allem fertig sind, geht meistens die Sonne schon wieder auf. Aber schlafen wird ja ohnehin überbewertet...

Es sollte in Zukunft endlich der Fokus auf die Ausstattung unserer Freiwilligen Feuerwehren gelegt werden. Dort bedarf es flächendeckend mehr finanzieller Mittel aus öffentlicher Hand. Wenn über Jahrzehnte an etlichen Stellen gespart wird, sind irgendwann natürlich größere Investitionen nötig, als wenn im Vergleich hierzu kontinuierlich finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt worden wären.