Geschichte Langenhorns

Langenhorn blickt auf eine lange und vielschichtige Geschichte zurück. Von frühen Siedlungsspuren über das dörfliche Leben bis hin zum modernen Stadtteil Hamburgs hat sich Langenhorn stetig gewandelt – geprägt von Landwirtschaft, Urbanisierung, Migration und gesellschaftlichem Wandel.

Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über die Geschichte Langenhorns. In zahlreichen ausführlichen Beiträgen wird die Entwicklung des Stadtteils von der Antike bis in die Gegenwart beleuchtet. 

Geschichts- und Zukunftswerkstatt

Ein wichtiger Teil der lokalen Erinnerungsarbeit ist die Geschichts- und Zukunftswerkstatt Langenhorn, die sich intensiv mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Stadtteils auseinandersetzt. Ihre Arbeit, Projekte und Veranstaltungen leisten einen wertvollen Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur in Langenhorn.

„Geschichts- und Zukunftswerkstatt Langenhorn“ – diesen Namen gaben rund 20 Langenhornerinnen und Langenhorner ihrem Verein, der am 25. Januar 2019 als Zweigverein des Bürger- und Heimatvereins gegründet wurde. Dieser Verein soll „Stadtteilgeschichte erlebbar“ machen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Langenhorn besser zu erschließen für Menschen, die schon länger hier ansässig sind, wie auch für die Tausende von Zugezogenen aus anderen Stadtteilen, anderen Orten oder anderen Ländern.

https://www.gzwl.de/

Archiv & Erwin Möller

Ein besonderer Schatz für die Stadtteilgeschichte ist das umfangreiche Bildarchiv, das auf die Initiative von Erwin Möller zurückgeht. Tausende Fotografien dokumentieren das Leben, den Wandel und die Menschen Langenhorns über viele Jahrzehnte hinweg.

Dem Aufbau dieses Archivs und dem Wirken von Erwin Möller ist ein eigener Beitrag gewidmet.

https://www.langenhorn-archiv.de

 

 

 

9. Folge der Geschichte Langenhorns - Vom Familienbesitz zum Hospital St. Georg

Neunte Folge der Geschichte Langenhorns

Vom Familienbesitz zum Hospital St. Georg

Das Dörflein „Langenhorn" blieb von 1332 bis 1452 im Besitz der Familie vom Berge, einem alten Adelsgeschlecht, dann starb der Hamburger Bürgermeister Hinrich vom Berge (latinisiert auch Hinricus de Monte) und Langenhorn wurde erbschaftsbedingt auf die Familienmitglieder aufgeteilt.

[Wappen vom Berge]

Nach und nach wurden Teilstücke Langenhorns dem Hospital St. Jürgen vererbt oder verkauft. Der Name Jürgen ist eine niederdeutsche Variante von Georg, der vom griechischen Wort für „Bauer" oder „Erdearbeiter" abstammt. Die Geschichte St. Georg/St.Jürgen beginnt 1194 mit der Gründung eines Leprahospitals - benannt nach St. Georg dem Schutzpatron der Kreuzfahrer, sowie der Leprakranken und Siechen. Auf bis dahin unbesiedelten Gelände ca. einen Kilometer vom hamburgischen Stadtwall entfernt wurden die ersten Häuser errichtet. Vermutlich konnte Graf Adolf III. von Schauenburg und Holstein, selbst Kreuzritter, durch die Stiftung seine christliche Bußfertigkeit unter Beweis stellen. Immer wieder erhielt das Hospital großzügige Zuwendungen von Kreuzrittern, hatten diese doch die Krankheit aus dem Orient eingeschleppt. Da die Krankheit als unheilbar galt, führte die Angst vor Ansteckung dazu die Kranken streng von der Gemeinschaft zu isolieren.

[Bild St. Georg um 1720, Kupferstich von Johann Balthasar Hempel (?)]

Zum Hospital gehörte ein Landstreifen von der „Spitaler Straße"/ „Langen Reihe" und der Außenalster, später kam durch Schenkungen umfangreicher Landbesitz in Berne, Klein Borstel und Langenhorn hinzu. Der Grundbesitz wurde durch Pächter bewirtschaftet, die die Erträge an das Hospital abführen mussten. Das Hospital wurde von den Oberalten der Kirchspiele geleitet. 1509 besaß es ein Drittel von Langenhorn, später die Hälfte, während der Oberalte Hinrich Wittekop (wurde 1563 Oberalter, † 1565) die zweite Hälfte besaß. Sein Sohn Albert Wittekop (1602 Oberalter, 1607 Präses der Oberalten) erbte diese. Nachdem Albert Wittekop Ende 1614 starb, verkauften seine Erben dem Hospital am 9. April 1615 die zweite Hälfte.

Nach dem Hospital St. Jürgen wurde 1932 die Straße „St. Jürgens Holz" und 1938 die Kirche St. Jürgen benannt. Das Archivgut von 1615 über den Verkauf der Hälfte Langenhorns durch die Erben Wittekops an das Hospital verschwand 1945 mit anderen Archivgütern vom Auslagerungsort Schloss Lauenstein im Obererzgebirge und ist heute bei der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste als „Lost Art" verloren gelistet.

Langenhorn blieb über 200 Jahre im Besitz des Hospitals St. Georg. Nachdem 1606 am Hamburger Berg ein Pesthaus errichtet worden war, wurde das St.-Georg- Hospital in ein Armenstift umgewandelt. Die Einrichtung, in der meist Frauen lebten, bestand bis 1951.

Wie hat Langenhorn unter dem Kloster „gelitten"? Wie hat es sich entwickelt? Das muss jemand später mal herausfinden.

Axel Kloebe

(mit Unterstützung durch Internet und wikipedia)