Im 30jährigen Krieg (ausgelöst durch den Prager Fenstersturz 1618) zogen einige Heere an Hamburg vorbei, doch keines traute sich, das bis an die Zähne bewaffnete Hamburg anzugreifen. Viel lieber fiel man über die benachbarten Orte wie Eppendorf, Pinneberg und Altona und Langenhorn her. Hamburg fühlte sich denen jedoch verpflichtet und zahlte den Angreifern hohe Summen, damit die Nachbardörfer verschont blieben.
Etwa um den 2. August 1627 zog ein Aufgebot des mit Hamburg verbündeten dänischen Königs Christian IV. mit mehreren tausend Mann von Bramstedt in Richtung Langenhorn und hielt sich bei Langenhorn acht Tage lang auf. Von da aus zogen sie weiter und hielten sich 14 Tage zwischen Hamburg und Ottensen auf. Als sie sich der Truppenübermacht von Wallenstein, Tilly und des Herzogs Georg von Lüneburg bewusst wurden, flüchteten sie.
Christian IV., der Hamburgs Status als Freie Reichsstadt sowie Hamburgs Hoheitsrechte auf der Unterelbe nicht anerkannte und Hamburg weiterhin als Teil des Herzogtums Holstein ansah, versuchte immer mehr, Druck auf Hamburg auszuüben. Hinzu kam noch, dass nach Erbstreitigkeiten 1641 zwei Drittel der Grafschaft Holstein-Pinneberg in Christians Hände fiel und als Herrschaft Pinneberg in dessen Herzogtum Holstein überging, darunter unter anderem die an der Elbe gelegenen Gebiete von Altona bis zur Seestermüher Marsch sowie die um Langenhorn gelegenen Gebiete von Niendorf, Harksheide, Garstedt, der Tangstedter Heide (heute Glashütte) und Hummelsbüttel. Langenhorn war somit ein Stachel im dänischen Gebiet.
Anfang September 1641 ließ Christian IV. im strategisch günstig gelegenen Fuhlsbüttel ein großes befestigtes Militärlager für ca. 10.000 Mann errichten, das teilweise auch auf Klein Borsteler und Ohlsdorfer Gebiet lag. In Fuhlsbüttel und in Langenhorn wurden dafür viele Bäume gefällt. In Fuhlsbüttel und im Wald Horn, der sonst von Fuhlsbüttlern und Langenhornern gemeinsam genutzt wurde, wurden alleine 3.000 Eichen gefällt, in Groß Borstel 1.506 und in Ohlsdorf 1.002. Dazu kamen noch einmal so viele Erlen und Buchen. Auch in Klein Borstel und Wellingsbüttel wurden viele Bäume gefällt. Der Raubbau in den Wäldern führte zu einem großen Verlust für die Bauern, die ihr Vieh sonst dort weiden ließen, und deren Wälder Grundlage für die Schweinemast waren. Auch das benötigte Stroh für die Dächer und Heu besorgte man sich aus Langenhorn und den anderen umliegenden Dörfern. Und als Verpflegung nahm man natürlich das Vieh, Obst, Gemüse, …
Am 11. November traf Christian IV. bei seinen Truppen in Fuhlsbüttel ein. 300 dänische Reiter wurden in Dörfern des Hospitals St. Georg einquartiert, zu denen unter anderen Langenhorn, Klein Borstel und Berne gehörten. Am 6. Dezember wurde Christian von Pentz mit seinen 2.500 Mann nach Blankenese geschickt zur Unterstützung Friedrich III., des Sohnes von Christian IV. Angesichts der knapper werdenden Ressourcen und der wachsenden Anzahl der Kranken beschloss man, das Lager auf der westlichen Seite zu verkleinern. Das Material der Hütten der abgezogenen 2.500 Mann wurde zur Ausbesserung der anderen Hütten benutzt. Die Reiterkompanie wurde ins Lager verlegt und die Hälfte der anwesenden Truppen abgezogen. Am 22. Dezember verließ Christian IV. mit seinem Gefolge das Lager. Ca. 6.000 Mann blieben im Lager, davon 300 Kranke. In den beiden letzten Tagen des Jahres wurden weitere 3.000 Mann abgezogen, am 11. Februar 1642 der Rest der Truppen. 1643 waren jedoch erneut eine Zeit lang Truppen von Christian IV. im Fuhlsbüttler Lager.
Langenhorn blieb verarmt zurück.
Axel Kloebe
(mit Unterstützung durch Internet und Wikipedia
und Hamburgs Geschichte - Hamburg Highlights)

