6. Folge der Geschichte Langenhorns - Langenhorn um 1100 und 1200

Sechste Folge der Geschichte Langenhorns

Langenhorn um 1100 und 1200

Diese Zeit wird das Hochmittelalter genannt. Die Zeit war voller Aufbruchsstimmung und zeitigte einen wahren Städteboom mit immensem Bevölkerungswachstum. In Hamburg vervierfachte sich die Einwohnerzahl in nur wenigen Jahrzehnten. Die Lesebrille und das Uhrwerk wurden erfunden und benutzt. Arabische Ziffern kamen in Gebrauch, gotische Kathedralen, Wind- und Wassermühlen... zeugten von Kreativität.

Begünstigt wurde all dies von der Mittelalterlichen Warmzeit: Grönland war wirklich grün: Weinanbau gab es bis Oslo. Holz wurde in großem Stil als Energielieferant und Baumaterial genutzt und man hatte landwirtschaftliche Überschüsse. Es gab keine großen Seuchen oder Hungersnöte, aber Raubbau an der Natur, besonders in Form von großflächigen Abholzungen.

[Warm- und Kaltzeiten lt. Buch „Gründerzeit 1200" ]

Die Warmzeiten sind nicht mit den heutigen vergleichbar. Sie waren nicht global sondern eher lokal und den natürlichen Ereignissen (u.a. Vulkanismus, tektonische Plattenverschiebung ...) unterworfen. 

Auf das aufgeteilte Königreich von Karl dem Großen erfolgten verschiedene Angriffe z.B. von Wikingern, Normannen, Magyaren, .... Lehensmänner verteidigten das ihnen vom König, vom Fürsten oder vom Bischof anvertraute Land. Im Gegenzug für ein Lehen, das ein Fürst einem Ritter überließ, schwor dieser seinem Lehnsherrn die Treue und verpflichtete sich, an seiner Seite zu kämpfen.

In Holstein und Storman (mit Hamburg und Langenhorn) gab es wechselnde Besitzer und Lehnsherren: Nach dem Aussterben der sächsischen Billunger mit Heinrich von Hamburg um 1093 und dessen Sohn Gottfried von Hamburg um 1110 kam die Grafschaft Storman an Graf Adolf I. von Schauenburg.

[Bitte in eine Tabellenform bringen:]

Besitzer                                                                  Lehensnehmer Storman                                     Jahr

Herzog Lothar III. von Süpplingenburg                    Graf Adolf I. von Schauenburg und Holstein         1111

                                                                                 Sohn Adolf II. ,zunächst Mutter Hildewa               1130

König Konrad III. an

Askanier Albrecht der Bär                                        Heinrich von Badewide                                          1138

Heinrich der Löwe                                                    Graf Adolf II. von Schauenburg                             1164

Kaiser Barbarossa                                                   Graf Adolf III. von Schauenburg                             1181

erobert 1201 von

Dänenkönig Waldemar II. an                                     Askanier Albrecht II. von Orlamünde                    1203

nach der Schlacht von Bornhöved 1227

Besitzer: Graf Adolf IV. von Schauenburg

Von 1201 -1227 wurde Hamburg von einem dänischen Statthalter verwaltet. Die fremden Besatzer ließen beide Teile der Stadt (bischöfliche und gräfliche Flächen) näher zusammenwachsen. Hamburg einte sich unter einem Rathaus, Rat und Gericht. Adolf IV. von Schauenburg stiftete Hamburgs erstes Kloster, das St.- Maria-Magdalenen Franziskanerkloster (an der Stelle der heutigen Börse: es wurde 1837 abgerissen). 1239 zog sich Adolf IV. in das von ihm gestiftete Kloster zurück und erhielt dann 1244 in Rom die Priesterweihe (+ 1261).

Die Schauenburger brachten Fortschritt und Wohlstand. Vorbei waren die Zeiten der Ausbeutung. Adolf I. ließ die Verteidigungsanlagen ausbauen, und Adolf II. lockte Siedler aus dem Umland in die Stadt. Hamburg verdankt Adolf III. jedoch ein ganz besonderes Geschenk: Als Dank für seine Hilfe beim Kreuzzug ins Heiligen Land überreichte ihm der Kaiser Barbarossa am 7. Mai 1189 angeblich einen Freibrief für die Stadt Hamburg, der folgende Punkte beinhaltete: Hamburg brauchte auf der Elbe keine Zölle zu zahlen, wurde befreit von der Heerespflicht, musste nur die eigenen Stadt verteidigen. Hamburg erhielt ein eigenes Marktrecht, Fischereirecht, Holzrecht .... Aufgrund der Privilegien des Freibriefes konnten sich Handel und Gewerbe, vor allem die Bierbrauerei, frei entwickeln. Kaufmannsgilden und auswärtige Handelshäuser wurden errichtet. Von diesem Aufschwung wird auch Langenhorn profitiert haben. 

Vermutlich durch Graf Adolf III., der sich am 3. Kreuzzug beteiligt hatte und Lehensnehmer von Storman und Hamburg war, könnte der Ort Langenhorn als Schenkung in den Besitz des der Heiligen Maria geweihten Klosters Reinfeld gelangt sein, das einst auf Veranlassung von Adolf III. 1186 von dem Zisterzienserorden gegründet worden war. In diesen Zeiten ist Langenhorn wohl nicht besonders erwähnenswert gewesen. Es ist aber überliefert, dass ... Die weitere Geschichte von Langenhorn gibt es in einer der nächsten Ausgaben.

Axel Kloebe

(Quellen: u.a. Wikipedia, Buch von G. Graichen und M. Wemhoff „Gründerzeit 1200", Interview mit Frau Graichen im Seniorenmagazin)