7. Folge der Geschichte Langenhorns - Das klösterliche und gräfliche Langenhorn

Das klösterliche und gräfliche Langenhorn

Irgendwann vor 1227 war das Zisterzienser Kloster St. Maria in Reinfeld (durch Schenkung von einem Graf Adolf von Schauenburg) Besitzer von Langenhorn geworden. Lange davor wurde von 3 Hufen berichtet* (Bauernhöfe mit ausreichend Acker- und Weideland für die Ernährung einer Familie). Ab 1283 werden weitere 3 Hufen genannt sowie später wird ein Herrenhof als 7. Hufe an der Landstraßengabelung angesiedelt. Dazu gab es 3 (später 6) Kätnerstellen mit Anbauern, Hirten, Schmied, ...

Das Kloster in Reinfeld entwickelte sich dank der Weitsicht seiner Äbte rasch zu einem der reichsten und angesehensten Klöster in Norddeutschland mit umfangreichem Landbesitz bis hin in das Baltikum und wertvollen Beteiligungen an der Saline Lüneburg. Das reiche Kloster verfügte über einen Wirtschaftshof im benachbarten Lübeck und hatte politisch einigen Einfluss, da der Abt von den Lübecker Bischöfen und den Holsteiner Herzögen mit der Beurkundung von Verträgen beauftragt wurde.

Mit der Reformation in den 1560er Jahren wurden die Besitztümer des Klosters in Pommern, Mecklenburg und Livland von den jeweiligen Landesherren eingezogen. 1567 wurden mehrere zum Kloster gehörenden Dörfer (Woldenhorn (das heutige Ahrensburg), Ahrensfelde, Meilsdorf und Bünningstedt) dem Feldhauptmann Daniel Rantzau überlassen, dessen Nachfolger sich auch Teile der umfangreichen Bibliothek und der Kunstgegenstände aneignete. 1582 wurde dann das Kloster selbst von dem dem letzten Abt Johann Kule an Herzog Hans den Jüngeren von Schleswig-Holstein-Sonderburg übergeben und säkularisiert.

Langenhorn tauchte erstmals 1229 in den Urkunden des Hamburger Staatsarchives auf. Damals kam ein „Marquard de Langenhorne" (latinisierte Form von Marquard aus Langenhorn) nach Hamburg, um dort Bürger zu werden.1269 wurde er wieder erwähnt, diesmal als Bürger, der die Hälfte eines Hauses an der Deichstraße besaß. 1270 wurde ein Willero de Langhenhorne (latinisierte Form von Willer aus Langenhorn) im Stadterbebuch erwähnt. Nach der Familie Willer wurde 1948 der Willersweg und 1955 die Willerstwiete in Langenhorn benannt.

Nachforschungen von Raimund Höltich (1963 - 2021) haben Folgendes zur Langenhorner Geschichte ermittelt und im Internet festgehalten:

Am 2. Mai 1283 bekundete der Graf Gerhard von Holstein-Itzehoe, dass der Bürger in Hamburg Johann vom Berge und dessen Erben ihre Fuhlsbüttler Besitzungen, die vom Grafen belehnt gewesen, dem Kloster Reinfeld verkauft haben. Dabei bestätigt der Graf, dass das Kloster ihm, dem Grafen, die diesem Kloster gehörenden 6 Hufen in Langenhorn überlassen hat und fügt hinzu, dass in der Hölzung Horn weder die Langenhorner noch die Fuhlsbüttler Holz hauen, dass sie aber wohl in der Hölzung ihr Vieh weiden, auch des dortigen Graswuchses sich bedienen dürften. Allerdings die beiden Dörfer schuldig seien, das Holz zu fällen, welches für die Fuhlsbüttler Mühle gebraucht werden würde.

Am 12. Mai 1283 übertrug der Abt Hermann I. des Klosters Reinfeld die Rechte über das Dorf Langenhorn an den Landesherren, den Grafen Gerhard I. von Holstein-Itzehoe, Sohn von Adolf IV. Die Grenze im Norden beschrieb damals einen Bogen bis zur heutigen Segeberger Chaussee in Norderstedt, im Westen bildete die Grenze die Tarpenbek, im Osten grenzte das Langenhorner Gebiet an das Hummelsbütteler Gebiet und im Süden an Fuhlsbütteler Gebiet. Die unurbare Flur zwischen den Dörfern Fuhlsbüttel und Langenhorn wurde von beiden Dörfern gemeinsam benutzt, wie auch die Waldung Horn. Nach dem Tod von Gerhard von Holstein-Itzehoe ging Langenhorn an den Grafen Adolf VI. von Holstein-Pinneberg, und von diesem, nach dessen Tod, an den Grafen Adolf VII. von Holstein-Pinneberg.

Das Dorf Langenhorn blieb 50 Jahre im Besitz der Grafen bis 1332. Am 25. Januar 1332 (beurkundet) erwarb der Hamburger Ratsherr und spätere Bürgermeister von Hamburg, Nicolaus vom Berge (latinisiert als Nicolaus de Monte), für 200 Mark Pfennig Langenhorn von dem Grafen Adolf VII, mit den Einwilligungen von dessen Mutter Helene von Sachsen-Lauenburg und dessen Brüder Gerhard und Erich von Schauenburg.

Wir könnten demnach 2 Feiern anpeilen:

2032 (Januar 1332) : 700 Jahre Zugehörigkeit zu Hamburg

2033 (Mai 1283 :       750 Jahre Bestehen des Dorfes Langenhorn

 

Axel Kloebe

(Quellen: u.a. Internet und Wikipedia)

(* Quelle mir unbekannt)