9. Folge der Geschichte Langenhorns - Vom Familienbesitz zum Hospital St. Georg

Neunte Folge der Geschichte Langenhorns

Vom Familienbesitz zum Hospital St. Georg

Das Dörflein „Langenhorn" blieb von 1332 bis 1452 im Besitz der Familie vom Berge, einem alten Adelsgeschlecht, dann starb der Hamburger Bürgermeister Hinrich vom Berge (latinisiert auch Hinricus de Monte) und Langenhorn wurde erbschaftsbedingt auf die Familienmitglieder aufgeteilt.

[Wappen vom Berge]

Nach und nach wurden Teilstücke Langenhorns dem Hospital St. Jürgen vererbt oder verkauft. Der Name Jürgen ist eine niederdeutsche Variante von Georg, der vom griechischen Wort für „Bauer" oder „Erdearbeiter" abstammt. Die Geschichte St. Georg/St.Jürgen beginnt 1194 mit der Gründung eines Leprahospitals - benannt nach St. Georg dem Schutzpatron der Kreuzfahrer, sowie der Leprakranken und Siechen. Auf bis dahin unbesiedelten Gelände ca. einen Kilometer vom hamburgischen Stadtwall entfernt wurden die ersten Häuser errichtet. Vermutlich konnte Graf Adolf III. von Schauenburg und Holstein, selbst Kreuzritter, durch die Stiftung seine christliche Bußfertigkeit unter Beweis stellen. Immer wieder erhielt das Hospital großzügige Zuwendungen von Kreuzrittern, hatten diese doch die Krankheit aus dem Orient eingeschleppt. Da die Krankheit als unheilbar galt, führte die Angst vor Ansteckung dazu die Kranken streng von der Gemeinschaft zu isolieren.

[Bild St. Georg um 1720, Kupferstich von Johann Balthasar Hempel (?)]

Zum Hospital gehörte ein Landstreifen von der „Spitaler Straße"/ „Langen Reihe" und der Außenalster, später kam durch Schenkungen umfangreicher Landbesitz in Berne, Klein Borstel und Langenhorn hinzu. Der Grundbesitz wurde durch Pächter bewirtschaftet, die die Erträge an das Hospital abführen mussten. Das Hospital wurde von den Oberalten der Kirchspiele geleitet. 1509 besaß es ein Drittel von Langenhorn, später die Hälfte, während der Oberalte Hinrich Wittekop (wurde 1563 Oberalter, † 1565) die zweite Hälfte besaß. Sein Sohn Albert Wittekop (1602 Oberalter, 1607 Präses der Oberalten) erbte diese. Nachdem Albert Wittekop Ende 1614 starb, verkauften seine Erben dem Hospital am 9. April 1615 die zweite Hälfte.

Nach dem Hospital St. Jürgen wurde 1932 die Straße „St. Jürgens Holz" und 1938 die Kirche St. Jürgen benannt. Das Archivgut von 1615 über den Verkauf der Hälfte Langenhorns durch die Erben Wittekops an das Hospital verschwand 1945 mit anderen Archivgütern vom Auslagerungsort Schloss Lauenstein im Obererzgebirge und ist heute bei der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste als „Lost Art" verloren gelistet.

Langenhorn blieb über 200 Jahre im Besitz des Hospitals St. Georg. Nachdem 1606 am Hamburger Berg ein Pesthaus errichtet worden war, wurde das St.-Georg- Hospital in ein Armenstift umgewandelt. Die Einrichtung, in der meist Frauen lebten, bestand bis 1951.

Wie hat Langenhorn unter dem Kloster „gelitten"? Wie hat es sich entwickelt? Das muss jemand später mal herausfinden.

Axel Kloebe

(mit Unterstützung durch Internet und wikipedia)