Unsere Wasserqualität

Unsere Wasserqualität

In Langenhorn hatten früher die Bauernhöfe eigene Brunnen. Gegen 1900 wurde im Gebiet des Krankenhauses Ochsenzoll eine eigene Wassergewinnung geplant und ein Wasserturm gebaut. Im Zuge der weiteren Besiedelung (Fritz-Schumacher-Siedlung) wurde klar, dass die Pumpen der Hamburger Wasserwerke es nicht schaffen, Wasser über das Hauptpumpwerk in Rothenburgsort in den Norden Langenhorns zu bringen. Deshalb wurde ein Langenhorner Wasserwerk geplant. Hierfür wurden Ländereien zwischen Am Ochsenzoll und Neubergerweg aufgekauft. Hier besteht jetzt noch das Wasserschutzgebiet.

Das Wasserwerk am Tweeltenbek wurde 1952 eröffnet. Es hatte im Keller 2 Kammern als Wasserreservoir. Darüber sind die Filteranlagen und ganz oben die Belüftung. Das Gebäude steht jetzt unter Denkmalschutz. Es hat im Eingangsbereich einen schön hellgrün gekachelten Rundbrunnen und gegenüber eine alte Darstellung Langenhorns aus kleinen Kachelmosaiken.

Das Wasserwerk ist jetzt schon über 70 Jahre in Betrieb. Vieles wurde erneuert. 1962 wurde es erweitert. Zu den bestehenden 2 wurden 4 neue Filterbehälter eingebaut. Das durch Regenwasser gespeiste Grundwasser ist durch die verschiedenen Bodenschichtungen von Schwebstoffen und Keimen befreit und in Langenhorn durch Tonschichten geschützt. Aus 7 Flachbrunnen bis zu 50m Tiefe und 7 Tiefbrunnen bis zu 430m Tiefe werden mit Unterwasserpumpen täglich bis zu 14.000 Kubikmeter Rohwasser aus unterschiedlichen Schichten gefördert. 

Nach der Lüftung (Schwefelwasserstoff, Methan, und Kohlensäure können entweichen, Sauerstoff tritt ein) wird das Rohwasser durch Feinkies und Sand gefiltert (Eisen- und Manganschlamm bleibt hängen, welcher später zur Geruchsbindung in den Sielen eingesetzt wird. Danach wird das Trinkwasser in 2 fußballfeld-großen Reservoirs gespeichert. Für die Aufbereitung zu Trinkwasser ist keine Energie erforderlich. Der Filterprozess läuft im Freigefälle (Schwerkraft-Prinzip). Für die Trinkwasserverteilung ins Leitungsnetz werden natürlich Pumpen benötigt. Die Energie soll künftig zum Teil durch Photovoltaikanlagen auf dem eigenen Grundstück produziert werden.

Damit werden derzeit rund 85.000 Menschen in Hamburgs Norden mit frischem Trinkwasser (Wasserhärte mittel, 10,5 dH) versorgt. Tägliche Wasserproben sichern die Qualität. Durch das geschlossene System sind die hygienischen Vorschriften eingehalten. Im Wasserschutzgebiet sind Beobachtungsrohre verteilt, die Wasserprobenentnahme in unterschiedlichen Tiefen ermöglichen.

Natürlich müssen die Hamburger Wasserwerke auch die künftigen Bedarfe berücksichtigen. Die wachsende Stadt und die zunehmenden Verbrauchsspitzen im Sommer erfordern eine Erweiterung bzw. einen Neubau. Außerdem gibt es neue Anforderungen an die Wasseraufbereitung, Veränderungen in der Rohwasserzusammensetzung sowie neue Techniken und Elektronik. Da das Hauptgebäude unter Denkmalschutz steht, muss dazu ein 2-geschossiger Anbau (nahezu ein neues Wasserwerk) entstehen, um die Aufbereitungskapazität auf 20.000 m³ zu erhöhen. So können wir Langenhornerinnen und Langenhorner auch in Zukunft zuverlässig mit Trinkwasser versorgt werden. 

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Der Leiter des Wasserwerks Herr Kern erläuterte: „Der Anbau soll voraussichtlich von 2027 bis 2030 errichtet werden und soll passend zum Haupthaus verklinkert werden. Natürlich sind auch Fassaden- und Dachbegrünung sowie Photovoltaik-Anlagen vorgesehen.“ Neben dem Baustellenverkehr sind auch Leitungen auf dem Grundstück zu verlegen. Im Langenhorner Raum werden weiterhin weitere Brunnen erforderlich sein. Durch die offene Darlegung der erforderlichen Maßnahmen wurden die Anwohner frühzeitig gut über entstehende Beeinträchtigungen informiert.

Es gibt 17 Wasserwerke in Hamburg und Umgebung mit rund 5.300 km Rohrnetz für etwa 2,2 Millionen Menschen. Die Leitungsverluste liegen durch kontinuierliche Erneuerungen der alten Leitungen nur bei rund 3,8%. Weitere Informationen: www.hamburgwasser.de/wasser/umgang-mit-wasser/neubau-wasserwerk-langenhorn

Axel Kloebe